Eibisch: die hustenwirksame Heilpflanze
Die kalten Monate des Jahres stellen den menschlichen Körper alljährlich auf eine harte Probe. Insbesondere die Atemwege und Schleimhäute sind in dieser Zeit großen Belastungen ausgesetzt. Während im Freien kühle oder feuchte Bedingungen herrschen, sind die Innenräume zumeist überheizt, zu trocken oder schlecht gelüftet. All dies führt unter anderem zum Austrocknen der Nasenschleimhäute, welche solchermaßen geschwächt nur einen unzureichenden Schutz gegen Viren und Bakterien bieten. Die Folgen: Kratzen im Hals und Husten.
Der Eibisch (Althaea officinalis)
Parallel zu den Bezeichnungen Echter Eibisch, Ibisch oder Arzneieibisch ist der Eibisch auch unter den Namen Schleimwurzel, Altheewurzel, Dräutenwurzel, Heilwurz, Weiße Pappel oder Sammetpappel bekannt. Das Malvengewächs wirkt lösend, entzündungshemmend, Reiz mildernd und schmerzstillend. Somit zählt es zu den hustenwirksamen Heilkräutern.
Diese Eigenschaft verdankt die Schleimwurzel seinen Hauptinhaltsstoffen, den Schleimstoffen, welche einfach über den kalten Auszug gelöst werden. Wird der Eibisch jedoch zum Gurgeln verwendet, so wird die Pflanze abgekocht, um einen weiteren Hauptinhaltsstoff, die Stärke, herauszulösen. Neben den Wurzeln, den Radix Althaeae, werden von der Heilwurz ebenso die Blätter und Blüten, die Folia und Flores Althaeae, verwendet.
Liegt ein Katarrh des Rachens oder der oberen Lungenwege vor, so ist die innerliche Anwendung des Ibisch geeignet. Selbiges gilt auch bei Husten, Heiserkeit und einer sich abzeichnenden Lungenentzündung. Weiters entfaltet die Heilpflanze auch bei einem Katarrh des Magens und des Darms sowie bei Nieren- und Blasenleiden ihre heilende Wirkung. Äußerlich angewandt eignet sich die Pflanze ideal als Gurgelmittel gegen ein Kratzen im Hals oder bei Heiserkeit. Zudem ist die Altheewurzel auch als Waschwasser oder Umschlag zur Behandlung von entzündeten Hautstellen geeignet.
Vom Eibisch ist bekannt, dass er eine Kombination aus gutem Boden mit ausreichender Sonneneinstrahlung bevorzugt. Dabei verträgt er sich jedoch nur schlecht mit einer Vielzahl anderer Pflanzen.
Das Malvengewächs erreicht eine Höhe von bis zu 1,5 Meter. Markant sind die samtartigen, weich behaarten Blätter sowie die helllila oder rötlich weißen Blüten.
Die Sammelzeiten unterscheiden sich je nach Art der benutzten Pflanzenteile. So werden die Wurzeln in den Monaten März und April sowie im September und Oktober gesammelt. Vor der Blütezeit, also in den Monaten Mai und Juni, werden die Blätter geerntet, während die Monate Juli und August die ideale Zeit zum Sammeln der Blüten selbst darstellen.
Text: [•] Joachim KERN
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