Das ideale Heilkraut für die kalte Jahreszeit: Der Salbei
In den kühlen Monaten, in welchen der feuchte Nebel die Landschaft einhüllt, leiden alljährlich Millionen Menschen an einer Erkrankung der Atemwege. In den meisten Fällen greifen die Betroffenen allzu rasch zu apotheken- oder rezeptpflichtigen Medikamenten. Dabei bietet uns die Natur ein Heilkraut, das wie für die kalte Jahreszeit gemacht zu sein scheint.
Der Salbei (Salvia officinalis)
Gartensalbei oder Edelsalbei sind ebenso weitverbreitete Bezeichnungen, unter welchen der Salbei bekannt ist. Als Hauptwirkung wird ihm ein auswurffördernder, keimtötender und entzündungshemmender Effekt zugeschrieben. Der Lippenblütler wirkt ebenso leicht zusammenziehend, beruhigend bei Durchfallerkrankungen, hemmt die Absonderung von Schweiß sowie von Milch und wird auch als harntreibendes Mittel eingesetzt. Darüber hinaus greift der Edelsalbei bei Diabetes auch über die Leber regulierend in den Zuckerhaushalt des Menschen ein.
Sein ätherisches Öl, welches den Wirkstoff Thujon enthält, gilt als Hauptwirkstoff des Salbeis. In der Pflanze enthaltene Gerb- und Bitterstoffe sind jedoch ebenso für viele positive Effekte zuständig, welche durch die Anwendung des Heilkrauts erzielt werden. Verwendet werden die graufilzigen, länglichen Blätter des Salbeis, die Folia Salviae.
Als Mundwasser verwendet, wirkt Salbei insbesondere gegen Angina sowie bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Äußerlich angewandt wirkt Gartensalbei ebenfalls gegen Angina, bei Entzündungen des Halses und des Zahnfleisches, bei Zahnfleischbluten, eiternden Wunden sowie zur Behandlung von Insektenstichen. Eine innere Anwendung führt zur Verbesserung bei einer Schleimhautentzündung im Bereich der oberen Atemwege, bei Durchfall sowie bei Störungen im Bereich des Magens und des Darms. Diese Anwendungsweise ist ebenso empfehlenswert, wenn der Betroffene unter nervösem Zittern, einer Nervenschwäche oder unter Nachtschweiß leidet.
Ursprünglich in Griechenland beheimatet, ist der Halbstrauch heute im gesamten Süden Europas zu Hause. Die Pflanze gilt als anspruchslos, bevorzugt einen sonnigen Standort und ist frosthart. Je trockener und magerer der Standort des Salbeis ist, umso intensiver entfaltet sich das Aroma der Heil- und Gewürzpflanze.
Die frischen Blätter werden meist im Mai und Juni, also vor der Blütezeit, gesammelt. Nach der Ernte kann das frische Grün einfach an der Luft getrocknet und danach in einem Glasgefäß aufbewahrt werden.
Achtung: Salbei entfaltet bei einigen Menschen eine äußerst starke Wirkung. Die innerliche Anwendung sollte daher nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Eine Anwendung als Mundwasser ist nur über einen entsprechend kurzen Zeitraum hinweg zu empfehlen.
Text: Joachim KERN
Bild: © unpict – Fotolia.com
Schlagwörter: Gewürzpflanze, Heilpflanzen, Küchenkraut, Salbei