Archive for the ‘Küchenkräuter’ Category

Löwenzahn: vergessenes Heilkraut und köstlich als Salat

Freitag, Februar 10th, 2012

LöwenzahnIm Alltag zeigt sich immer häufiger, dass mehr und mehr Menschen ihren Bezug zur Natur verlieren. Pflanzen, die vor zwei oder drei Jahrzehnten noch wegen ihrer heilenden Wirkung geschätzt und zugleich wie selbstverständlich in der Küche eingesetzt wurden, werden heute oft als schädlich oder bestenfalls als lästiges Unkraut eingestuft. Auch einer in Europa weit verbreitet Pflanze droht ein ähnliches Schicksal.
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Vielen Menschen ist der Löwenzahn auch als Butterblume, Kuhblume, Hundsblume, Kettenblume, Milchkraut oder Pfaffenröhrchen bekannt. Im Allgemeinen wird dem gelb blühenden Korbblütler eine anregende Wirkung auf den Appetit, den Stoffwechsel, die Verdauung, die Leber, die Galle und die Drüsen zugeschrieben. Weiters wirkt die Pflanze harn- und schweißtreibend.

Die Hauptwirkstoffe des Löwenzahns sind das in der Wurzel enthaltene Inulin sowie diverse Bitterstoffe. Von der Pflanze werden die Wurzel und die Blätter, Radix und Folia Taraxaci, verwendet.

Die innere Anwendung hilft bei Verstopfung, Erkrankungen der Luftwege, Leberleiden, Gallenleiden, Arterienverkalkung, Rheuma und chronischen Ekzemen. Äußerlich angewandt wirkt die Butterblume bei eiternden Wunden, bei Geschwüren oder trägt zur Verbesserung des Allgemeinzustands bei Rheuma bei. Jene Milch, die sich beim Abreißen des Pflanzenschafts bildet, eignet sich hervorragend zur äußeren Behandlung von Warzen.

Löwenzahn ist weit verbreitet und in Europa meist auf Wiesen und Weiden zu finden. Er gedeiht ebenso gut auf Kleefeldern und Brachland.

Bei der Wurzel des Löwenzahns handelt es sich um eine lange Pfahlwurzel. Über dem Erdboden ist die Butterblume an ihren goldgelben, großen Blütenköpfen erkennbar, die einzeln auf einem hohen Schaft mit bis zu 30 Zentimeter Länge wachsen. Die Blätter sind tief gezähnt, grundständig und lanzettlich.

Die frischen Blätter des Korbblütlers werden vorzugsweise in den Monaten März, April und Mai gesammelt. Zu dieser Jahreszeit eignen sie sich auch bestens für eine Kur zur Blutreinigung. Für die Wurzeln ist die Sammelzeit von September bis Oktober ideal.

Für den Löwenzahnsalat die frischen Blätter der Pflanze sammeln und sorgfältig waschen. Wie gewohnt mit einem Salatdressing abschmecken. Ein bis zwei Eier hart kochen und in Scheiben schneiden. Wenig Speck in kleine Würfel schneiden und in der Pfanne knusprig anbraten. Die gebratenen Speckwürfel gemeinsam mit den geschnittenen Eiern über den Salat geben und sofort servieren.

Text: Joachim KERN
Bild: Ivan Polushkin – Fotolia.com

Vielfältig einsetzbar und geschmackvoll: Der Knoblauch

Donnerstag, November 24th, 2011

Heilsamer KnoblauchBereits die Menschen der Antike schätzten die zahlreichen positiven Eigenschaften des Knoblauchs. Die Heil- und Gewürzpflanze war zum damaligen Zeitpunkt fixer Bestandpunkt zahlreicher ritueller Handlungen und wurde als magische Pflanze betrachtet. Ursprünglich aus Asien stammend, verbreitete sich der Knoblauch über China und den Orient in Richtung Ägypten. Von dort aus eroberte das geschmackvolle Liliengewächs den Mittelmeerraum und trat seinen Siegeszug rund um den gesamten Erdball an.

Der Knoblauch (Allium sativum)
Knofel, Knobel, Gruserich und Look lauten einige der zahlreichen Bezeichnungen, unter welchen der Knoblauch im deutschsprachigen Raum bekannt ist. Neben seiner desinfizierenden Wirkung wird der Knofel auch ob seiner typischen Eigenschaft geschätzt, welche dazu beträgt, Gärung und Fäulnis zu verhindern. Darüber hinaus wirkt die Pflanze blutdrucksenkend, wurmwidrig sowie galletreibend. Weiters gilt der Gruserich auch als Reizmittel für Leber sowie Magen und eignet sich gut zur Behandlung von Arteriosklerose.

Als Hauptwirkstoffe des Liliengewächses gelten eine Fülle ätherischer Öle mit Schwefelverbindungen, Hormone, welche einen sexualhormonartigen Charakter aufweisen sowie zahlreiche Vitamine. Großteils wird die Zwiebel verwendet, welche auch als Bulbus Allii sativi bezeichnet wird.

Eine innere Anwendung des Knoblauchs eignet sich insbesondere bei Durchfall, im Fall einer Kolik, bei Magen- und Darmkatarrh sowie bei hohem Blutdruck. Darüber hinaus gilt der Allium sativum ebenso als Heilpflanze, welche sich hervorragend zur Behandlung von Asthma und hohem Blutdruck eignet. In früheren Zeiten wurde besonders seine Eigenschaft als wurmabführendes Mittel geschätzt. Zugleich entfernt die Pflanze auch andere Parasiten aus den Eingeweiden des Menschen.

Als Gewürzpflanze ebenso vielfältig einsetzbar wie als Heilpflanze, gilt der Knofel als anspruchslose Pflanze, die jedoch gute Böden bevorzugt. Die frostharte Pflanze gedeiht am besten an sonnigen bis halbschattigen Standorten.

Die Knoblauchzwiebel ist im Regelfall von Nebenzwiebeln umgeben, die gleich groß wie die Zwiebel selbst sind. Diese Nebenzwiebeln werden als Knoblauchzehen bezeichnet, sind von weißen Zwiebelhäuten umgeben und weisen den typischen, starken Geruch der Knoblauchpflanze auf. Die Pflanze selbst erreicht eine Höhe von rund 70 Zentimeter, hat flache Blätter sowie Blüten, die einen grünlichen bis rötlichen oder weißen Farbton annehmen können.

Das Anpflanzen von Knoblauch ist problemlos im eigenen Garten möglich. Die Knoblauchzwiebel selbst wird in den Monaten September und Oktober geerntet. Getrocknet und zu einem Knoblauchzopf verarbeitet ist das Liliengewächs lange haltbar und zugleich ein wunderbarer Schmuck für jede Küche.

Text: [•] Joachim KERN
Foto: © Tomboy2290 – Fotolia.com

Thymian: reich an wertvollem Eisen

Dienstag, Oktober 25th, 2011

Thymian - Heilkraut und Küchenkraut
Der menschliche Körper benötigt Eisen für die Erhaltung der Gesundheit sowie für die Widerstandskraft des Gewebes. Parallel dazu spielt Eisen eine zentrale Funktion beim roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fand jedoch heraus, dass auch die Bewohner wohlhabender Staaten häufig an Eisenmangel leiden. Kräuter gelten insbesondere in der kalten Jahreszeit als wertvolle Eisenlieferanten. So enthalten etwa 100 Gramm Thymian nicht weniger als 135 Milligramm Eisen.

Der Thymian (Thymus vulgaris)
Römischer Quendel, Gartenthymian oder Echter Thymian sind einige weitere Bezeichnungen, unter welchen viele Menschen den Lippenblütler ebenso kennen. Als Hauptwirkung der Pflanze sind ihre schleimlösende, desinfizierende, auswurffördernde und krampflösende Wirkungskraft bekannt. Darüber hinaus wird dem Echten Thymian auch eine anregende Wirkung auf die Nieren zugesprochen.

Wie beim Salbei enthält auch das ätherische Öl des Thymians den Wirkstoff Thujon und gilt als Hauptwirkstoff der sich rankenden Pflanze. In der Pflanze enthaltene Gerb- und Bitterstoffe sind gleichfalls für viele positive Effekte zuständig, welche durch die Anwendung des Heilkrauts erzielt werden. Beim Thymian werden sowohl die Blätter als auch die Blüten, die Herba Thymi, verwendet.

Äußerlich angewandt hilft der Thymian bei Quetschungen oder anderen Wunden und eignet sich hervorragend als Mittel für Mundspülungen. Innerlich angewandt eignet sich der Römische Quendel zur Behandlung von Husten, Keuchhusten, Durchfall oder Blähungen. Darüber hinaus wirkt sich die innere Anwendung positiv auf Erkrankungen der Lunge, des Magens, des Darms sowie der Leber aus.

Der Lippenblütler ist überall dort anzutreffen, wo ein trockener Boden mit einer sonnigen Lage aufeinandertrifft. Thymian ist frosthart und gilt als anspruchslos. Ein trockener und magerer Standort des Thymians hat sogar einen positiven Effekt auf das Aroma der Heil- und Gewürzpflanze, welches sich in solchen Fällen noch intensiver entfaltet. Charakteristisch für die kleinen Blüten des Lippenblütlers ist ihre blasse, zumeist rötliche Farbe. Die Blätter sind am Rand eingerollt, immergrün und auf der Unterseite graufilzig. Insgesamt erreicht der Echte Thymian eine Höhe von bis zu 40 Zentimeter und ist leicht an seinem markanten, würzigen Geruch erkennbar.

Thymian wird hauptsächlich im Juni und Juli gesammelt, wenn die Pflanze zu blühen beginnt. Dabei kann das frische Kraut je nach Bedarf verwendet werden. Um die Stängel mitsamt den Blättern und Blüten auch für den Winter zu konservieren, werden die ganzen Stängel an der Luft getrocknet und danach in einem Glasgefäß aufbewahrt.

Text: Joachim KERN
Bild: © Elena Schweitzer – Fotolia.com

Das ideale Heilkraut für die kalte Jahreszeit: Der Salbei

Dienstag, Oktober 25th, 2011

Salbei - Salvia officinalisIn den kühlen Monaten, in welchen der feuchte Nebel die Landschaft einhüllt, leiden alljährlich Millionen Menschen an einer Erkrankung der Atemwege. In den meisten Fällen greifen die Betroffenen allzu rasch zu apotheken- oder rezeptpflichtigen Medikamenten. Dabei bietet uns die Natur ein Heilkraut, das wie für die kalte Jahreszeit gemacht zu sein scheint.

Der Salbei (Salvia officinalis)
Gartensalbei oder Edelsalbei sind ebenso weitverbreitete Bezeichnungen, unter welchen der Salbei bekannt ist. Als Hauptwirkung wird ihm ein auswurffördernder, keimtötender und entzündungshemmender Effekt zugeschrieben. Der Lippenblütler wirkt ebenso leicht zusammenziehend, beruhigend bei Durchfallerkrankungen, hemmt die Absonderung von Schweiß sowie von Milch und wird auch als harntreibendes Mittel eingesetzt. Darüber hinaus greift der Edelsalbei bei Diabetes auch über die Leber regulierend in den Zuckerhaushalt des Menschen ein.

Sein ätherisches Öl, welches den Wirkstoff Thujon enthält, gilt als Hauptwirkstoff des Salbeis. In der Pflanze enthaltene Gerb- und Bitterstoffe sind jedoch ebenso für viele positive Effekte zuständig, welche durch die Anwendung des Heilkrauts erzielt werden. Verwendet werden die graufilzigen, länglichen Blätter des Salbeis, die Folia Salviae.

Als Mundwasser verwendet, wirkt Salbei insbesondere gegen Angina sowie bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Äußerlich angewandt wirkt Gartensalbei ebenfalls gegen Angina, bei Entzündungen des Halses und des Zahnfleisches, bei Zahnfleischbluten, eiternden Wunden sowie zur Behandlung von Insektenstichen. Eine innere Anwendung führt zur Verbesserung bei einer Schleimhautentzündung im Bereich der oberen Atemwege, bei Durchfall sowie bei Störungen im Bereich des Magens und des Darms. Diese Anwendungsweise ist ebenso empfehlenswert, wenn der Betroffene unter nervösem Zittern, einer Nervenschwäche oder unter Nachtschweiß leidet.

Ursprünglich in Griechenland beheimatet, ist der Halbstrauch heute im gesamten Süden Europas zu Hause. Die Pflanze gilt als anspruchslos, bevorzugt einen sonnigen Standort und ist frosthart. Je trockener und magerer der Standort des Salbeis ist, umso intensiver entfaltet sich das Aroma der Heil- und Gewürzpflanze.

Die frischen Blätter werden meist im Mai und Juni, also vor der Blütezeit, gesammelt. Nach der Ernte kann das frische Grün einfach an der Luft getrocknet und danach in einem Glasgefäß aufbewahrt werden.

Achtung: Salbei entfaltet bei einigen Menschen eine äußerst starke Wirkung. Die innerliche Anwendung sollte daher nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Eine Anwendung als Mundwasser ist nur über einen entsprechend kurzen Zeitraum hinweg zu empfehlen.

Text: Joachim KERN
Bild: © unpict – Fotolia.com

Petersilie: Heilkraut und Küchengewürz zugleich

Donnerstag, August 25th, 2011

Viele Heilkräuter sind auch fixer Bestandteil der traditionellen europäischen Kochkultur. Liebevoll aufgezogen, natürlich gewachsen und schonend geerntet stellen sie einen unverzichtbaren Bestandteil unserer Esskultur dar. Mitunter jedoch geraten ihre heilsamen Fähigkeiten langsam in Vergessenheit.

Die Petersilie (Petroselinum crispum, Petroselinum hortense, Petroselinum sativum)
Die Petersilie ist auch unter den Bezeichnungen Gartenpetersilie, Echte Petersilie oder Peterling bekannt. Als Heilwirkungen sind unter anderem ihre harntreibende und uteruserregende Wirkung bekannt. Allgemein wird der Gartenpetersilie ein verdauungsfördernder Effekt zugeschrieben. Dieser und ihr typischer Geschmack sind wohl der Hauptgrund für ihre weitverbreitete Verwendung bei klassischen Küchenrezepten.

Der Hauptwirkstoff des Doldengewächses ist sein ätherisches Öl mit Apiol, das auch als Petersilienkampfer bekannt ist. Generell wird jeder Teil der Pflanze verwendet. Die Wurzel, die Radix Petroselini, wird ebenso eingesetzt wie die Früchte und das frische Kraut, das auch als Fructus Petroselini bekannt ist.

Ebendieses frische Kraut wird gerne als Küchengewürz verwendet. Äußerlich angewandt ist es jedoch auch ein rasch wirkendes und natürliches Mittel gegen unangenehme Insektenstiche. Innerlich angewandt wird die Petersilie besonders von Frauen aufgrund ihrer Wirkung gegen Menstruationsstörungen und Unterleibskrämpfe geschätzt. Zusätzlich hilft die Petersilie bei einer inneren Anwendung im Fall von Wasseransammlungen.

Als Standort bevorzugt die zweijährige Pflanze einen guten, frischen Boden. Ein Platz im Halbschatten bietet optimale Voraussetzungen für ein natürliches Wachstum, wobei die Petersilie auch für einen Anbau im großen Stil geeignet ist.

Äußerlich dienen die grüngelben, kleinen und in Dolden ausgebildeten Blüten als Erkennungsmerkmal und zugleich Differenzierungsmerkmal zur giftigen Hundspetersilie. Die Früchte erscheinen rundlich, aber dennoch seitlich zusammengedrückt und haben eine graubraune Farbe. Die Blätter der Gartenpetersilie sind unten dreifach gefiedert und oben dreizählig. Für den Stängel sind die kantige Ausprägung und die starke Verästelung charakteristisch. Gerne in der Küche verwendet wird auch die gelbliche Wurzel der Petersilie. Sie ist rübenförmig oder spindelförmig ausgeprägt.

Das frische Kraut kann je nach Bedarf geerntet werden. Früchte werden im August und September gesammelt. Für sie Wurzel ist eine Sammelzeit von März bis April sowie von September bis Oktober ratsam. Typisch für die Petersilie ist ihr würziger Geruch.

Achtung: Die Echte Petersilie darf nicht mit der Hundspetersilie (Aethusa cynapium) verwechselt werden! Diese ist giftig! Erkennbar ist die Hundspetersilie an ihren weißen Blüten. Wird sie zwischen den Fingern zerrieben, so setzt sie einen Geruch frei, der an Knoblauch erinnert.

[•] Joachim KERN